. ABLAZE HEART .

Engelstränen

Leise fliegt sie durch die Luft. Der Wind weht ihre langen blonden Haare nach hinten. Der Regen peitscht ihr ins Gesicht, durchnässt ihre Kleider. Sie fliegt immer höher, immer weiter. Der Wind reißt ihr Federn aus ihren riesigen weißen Flügeln. Schmerzen durchströmen ihren Körper, Blut klebt an ihren Flügeln. Befelckte Federn fallen auf die Erde hinab. Ihre Tränen mischen sich unter den Regen, hinterlassen feuchte Spuren in ihrem Gesicht. Plötzlich wird der Regen stärker, der Wind pfeift ihr um die Ohren. Der Schmerz wird größer, immer mehr Federn werden qualvoll aus ihren blutverschmierten Flügeln gerissen. Ihre Kraft lässt nach, ihre Flügel werden schwerer. Sie stürzt in den Abgrund, stürzt auf die Erde. Kopfüber fliegt sie durch die Luft, sie versucht Kraft zu sammeln, schafft es nicht. Sie wird immer schneller, der Wind reißt noch mehr Federn aus ihren Flügeln. Sie fällt immer weiter. Plötzlich ist sie von Wasser eingeschlossen, nimmt ihr die Luft zum atmen. Mühevoll taucht sie auf, versucht auf das rettende Ufer zu kommen. Der Engel wird schmerzlich ins Wasser gezogen, taucht immer wieder auf. Ringt um Atem. Das Meer zieht sie immer mehr zu sich, will sie in die Tiefe drücken. Sie will schreien, das Salzwasser des Meeres brennt auf ihren Wunden. Endlich, schafft sie es ans Ufer. Kriecht weg, weg von dem Wasser. Die Dunkelheit umhüllt sie. Der Mond leuchtet bedrohlich auf sie herunter. Sie ringt um Atem, versucht aufzustehen. Schafft es nicht. Niemand kam und half ihr, niemand hörte ihre schmerzvollen Schreie. Ihre Kleider waren zerrissen, blutig. Der weiche Sand rieselte durch ihre Hand. Verlor sich zwischen all den tausend Sandkörnern. Ihre Seele schmerzte heftig. Sie schrie, wollte die Verzweiflung aus sich hinaus schreien. Die Sehnsucht nach Liebe, das Verlangen nach Glück war riesig, doch alles was sie bekam war Schmerz, Trauer und Angst. Sie war allein, ohne Hoffnung, ohne Erfüllung. Allein lag sie im Sand, der Mond sog all ihre Kraft in sich auf. Sie spürte wie sie langsam schwächer wurde, spürte ihr zerrissenes Herz, ihr blutendes Herz. Es wurde so oft gebrochen, wurde so oft verletzt. Niemand kam, niemand half ihr, niemand nahm ihr diese qualvolle Sehnsucht. Ihr Herz schlug langsamer, das Atmen fiel ihr immer schwerer. Ihre Flügel waren gebrochen, blutenden, hinterließen dunkle rote Flecken im Sand. Tränen liefen ihr die Wangen hinab. Sie schrie, die Schreie wurden endlos laut. Verzweifelt lag sie da. Langsam spürte sie wie der Schmerz nachließ, spürte wie all die Angst von ihr wich. Sie wurde ruhig. Alles verließ sie. Sie spürte nur die Einsamkeit, spürte ihre Sehnsucht. Allein, blutverschmiert und zerrissen lagen ihre Flügel da, sie hatte sich mit letzter Kraft auf die Seite gedreht. Ihre Augen starrten leblos in die Ferne. Nichts regte sich mehr. Man hörte nur das Rauschen des Meeres. Der Engel blieb allein, starb allein vor Verzweiflung. Verdammt, ewig allein zu sein, als leere Seele herumzuirren.
3.1.09 03:04
 


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